Das Ende des Klicks: Google verabschiedet sich vom klassischen Such-Button
Von Frank Landimore Veröffentlicht am
2026/08/12 18:07
August. 12, 2026
Seit ihren Anfängen war die Google-Startseite für ihre ikonische Schlichtheit bekannt: ein zentrales Textfeld in der Mitte des Bildschirms, darunter ein großer, berühmter Button mit der Aufschrift „Suche“. Doch dieses vertraute Bild befindet sich nun in einem grundlegenden Wandel, der die Art und Weise, wie Menschen mit dem Internet interagieren, möglicherweise völlig neu definieren könnte.
Der Technologieriese Google hat – wie Suchmaschinenexperten am vergangenen Montag beobachteten – damit begonnen, einen bemerkenswerten Test durchzuführen: Der traditionelle „Suche“-Button soll durch drei interaktive Schaltflächen für unterschiedliche KI-Funktionen ersetzt werden:
Bilder erstellen (Create images)
Über Dateien fragen (Ask about files)
Brainstorming (Brainstorm)
Die neuen Optionen wurden neben dem traditionellen Button „Auf gut Glück!“ platziert, der die Reformen bislang überlebt hat. Gleichzeitig behält der „KI-Modus“ (AI Mode) innerhalb des Suchfelds seinen bisherigen Platz.
Trotz dieser Änderungen können Nutzer weiterhin ganz normal suchen – einfach durch Drücken der Enter-Taste.
„Ein kleiner Test“ – mit großer Vorsicht
Um Befürchtungen zu zerstreuen und die Diskussion zu entschärfen, betonte Robbie Stein, Googles Vizepräsident für Produkte im Bereich Search, dass es sich lediglich um ein begrenztes Experiment handle.
Stein schrieb auf der Plattform X: „Dies ist ein kleiner Test auf Desktop-Geräten, um Menschen dabei zu helfen, neue Möglichkeiten mit der Suche zu entdecken. Er wird keine Auswirkungen darauf haben, wie das grundlegende Suchfeld funktioniert.“
Sorgen um das offene Web: Verlieren Websites ihre Besucher?
Der aktuelle Test ist Teil einer umfassenderen Vision, die Google bereits im vergangenen Mai vorgestellt hatte. Dazu gehört ein „intelligentes“ Suchfeld, das sich während der Eingabe zu einer Chatbot-ähnlichen Erfahrung entwickeln kann – unterstützt durch KI-Agenten, die Suchprozesse automatisieren.
Doch diese Entwicklung stößt bei Experten auf massive Warnungen. Sie sehen darin eine direkte Bedrohung für die Stabilität des „offenen Webs“.
Statt Nutzer über die traditionellen „zehn blauen Links“ zu externen Websites weiterzuleiten, setzen KI-gestützte Algorithmen zunehmend darauf, Informationen direkt aus verschiedenen Quellen zu extrahieren und in einem einzigen Fenster zusammenzufassen.
Das könnte Tausende von Websites um den für ihr Überleben entscheidenden Traffic und Werbeeinnahmen bringen.
Während sich das Innovationstempo weiter beschleunigt, scheint die traditionelle Art, im Internet zu surfen, zwar noch nicht vollständig verschwunden zu sein. Doch sie steht zweifellos an der Schwelle zu einem historischen Wandel, der das Gesicht des Internets für immer verändern könnte.
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